Thomas SchweigGründer von AMS-Pro - Arbeitsschutzsoftware, modern, flexibel, online Schluss mit unendlichen Excel Listen
Inhaltsverzeichnis
- 1. Tag 1, Schritt 1: Arbeitsplatz- und Sicherheitsausstattung bereitstellen
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- 2. Arbeitsschutz- und Sicherheitsunterweisungen durchführen
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- 3. Gefährdungsbeurteilung und Risikobewusstsein vermitteln
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- 4. Notfall- und Evakuierungsverfahren trainieren
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- 5. Erste-Hilfe und medizinische Notversorgung vermitteln
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- 6. Betriebsspezifische Systeme und Kontrollprozesse erklären
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- 7. Persönliche Schutzausrüstung (PSA) Anpassung und korrekte Benutzung trainieren
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- 8. Sicherheits- und Kennzeichnungsbestimmungen verstehen
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- 9. Arbeitsmedizinische Betreuung und Vorsorge
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- 10. Onboarding, Kommunikation und Mentoring
- Beispiele für die praktische Umsetzung
- Praxistipps für eine effiziente Organisation
- Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter — 10-Punkte-Vergleich
- Vom Haken auf der Liste zur gelebten Sicherheitskultur
- Die Transformation vom Papier zur digitalen Exzellenz
- Ihr nächster Schritt: Vom Wissen zum Handeln

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Der erste Tag eines neuen Mitarbeiters ist entscheidend – nicht nur für die Produktivität, sondern vor allem für die Arbeitssicherheit und rechtliche Konformität. Eine lückenlose Einarbeitung ist keine optionale Geste, sondern eine gesetzliche Pflicht, die Unternehmen vor Haftungsrisiken schützt und eine starke Sicherheitskultur von Anfang an etabliert. Viele Unternehmen kämpfen jedoch mit unstrukturierten Prozessen, vergessenen Pflichtunterweisungen und einer mangelhaften Dokumentation. Das Ergebnis: Unsicherheit bei neuen Teammitgliedern, erhöhte Unfallrisiken und unnötiger Stress bei Audits oder behördlichen Prüfungen.
Diese Herausforderungen lassen sich vermeiden. Eine systematische Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter ist das zentrale Werkzeug, um jeden Onboarding-Prozess rechtssicher und effizient zu gestalten. Sie stellt sicher, dass alle sicherheitsrelevanten Aspekte – von der Gefährdungsbeurteilung über die korrekte Nutzung der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) bis hin zu Notfallverfahren – vom ersten Tag an verstanden und korrekt umgesetzt werden. Ein gut strukturierter Prozess minimiert nicht nur das Risiko von Arbeitsunfällen, sondern stärkt auch das Vertrauen und die Kompetenz des neuen Mitarbeiters.
In diesem Artikel stellen wir Ihnen eine umfassende, zeitlich strukturierte Checkliste mit 10 zentralen Punkten vor. Sie erfahren, wie Sie jeden Schritt systematisch umsetzen, um neue Teammitglieder nicht nur willkommen zu heißen, sondern sie sicher und compliant in ihre Aufgaben einzuführen. Wir zeigen Ihnen, wie Sie die einzelnen Phasen des Onboardings – vor dem ersten Tag, in der ersten Woche und im ersten Monat – optimal gestalten und die Durchführung lückenlos, beispielsweise in einer Arbeitsschutzsoftware wie AMS-Pro, dokumentieren. Dieser Leitfaden ist Ihr Fahrplan für ein Onboarding, das von Anfang an auf Sicherheit, Effizienz und Rechtssicherheit setzt.
1. Tag 1, Schritt 1: Arbeitsplatz- und Sicherheitsausstattung bereitstellen
Der erste Arbeitstag ist entscheidend für die Sicherheit und das Wohlbefinden neuer Mitarbeiter. Eine der fundamentalsten Aufgaben in jeder Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter ist daher die vollständige Bereitstellung des Arbeitsplatzes und der persönlichen Schutzausrüstung (PSA) – und zwar bevor die Person ihre Tätigkeit aufnimmt. Dies umfasst nicht nur ergonomische Büromöbel, sondern vor allem die sicherheitsrelevante Ausstattung, die gemäß Gefährdungsbeurteilung, DGUV-Vorschriften und ISO 45001 zwingend erforderlich ist.

Ein vorbereiteter Arbeitsplatz signalisiert Wertschätzung und Professionalität. Noch wichtiger ist jedoch, dass er von Beginn an die Einhaltung gesetzlicher Sicherheitsstandards gewährleistet. So wird von der ersten Minute an eine positive Sicherheitskultur gefördert und das Haftungsrisiko für das Unternehmen minimiert.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die spezifische Ausstattung hängt stark von der Branche und dem Tätigkeitsfeld ab:
- Produktionsunternehmen: Vor Arbeitsbeginn wird ein persönliches PSA-Set übergeben, das Sicherheitsschuhe (Klasse S3), schnittfeste Handschuhe und eine an die Sehschärfe angepasste Schutzbrille enthält. Die Ausgabe wird digital quittiert.
- Logistikzentren: Neue Lagermitarbeiter erhalten standardmäßig Warnwesten mit hoher Sichtbarkeit (gemäß EN ISO 20471), Sicherheitsschuhe mit Zehenschutzkappe und einen Kapselgehörschutz für den Einsatz in lauten Bereichen.
- Chemiebranche: Hier ist die Ausstattung komplexer. Neben der Standard-PSA werden spezielle Atemschutzgeräte ausgegeben, für die ein individueller Passformtest (Fit-Test) durchgeführt und protokolliert werden muss, um die volle Schutzwirkung sicherzustellen.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Um diesen Prozess zu standardisieren und zu dokumentieren, empfiehlt sich ein systematischer Ansatz:
- Digitale Checklisten nutzen: Verwenden Sie ein Arbeitsschutzmanagementsystem wie AMS-Pro, um für jede Position eine digitale Checkliste der erforderlichen Ausstattung zu hinterlegen. Diese kann vor dem ersten Arbeitstag abgearbeitet werden.
- PSA-Ausgabe verknüpfen: Verbinden Sie die Ausgabe der PSA direkt mit der digitalen Personalakte. So können Sie automatische Erinnerungen für Prüffristen, Austauschintervalle oder notwendige Nachschulungen einrichten.
- Standardisierte Kits: Erstellen Sie für häufig besetzte Positionen (z. B. "Montagemitarbeiter", "Lagerist") vorab zusammengestellte "Starter-Kits", um den Bereitstellungsprozess am ersten Tag erheblich zu beschleunigen.
- Fotografische Dokumentation: Machen Sie bei der Übergabe Fotos von der ausgegebenen Ausrüstung und legen Sie diese revisionssicher im System ab. Dies dient als Nachweis im Falle von Audits oder Unfällen.
2. Arbeitsschutz- und Sicherheitsunterweisungen durchführen
Kein Mitarbeiter darf seine Tätigkeit aufnehmen, ohne vorher eine umfassende Sicherheitsunterweisung erhalten zu haben. Dieser Schritt ist ein zentraler, gesetzlich verankerter Bestandteil jeder Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter und basiert auf § 12 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) sowie der DGUV-Vorschrift 1. Die Unterweisung muss zwingend vor der eigentlichen Arbeitsaufnahme stattfinden und sowohl allgemeine als auch tätigkeitsspezifische Gefahren abdecken.

Eine gründliche Erstunterweisung schützt nicht nur den neuen Mitarbeiter vor Unfällen, sondern schafft auch von Beginn an ein Bewusstsein für die Sicherheitskultur im Unternehmen. Sie ist die Grundlage für sicheres Handeln und minimiert das Risiko von Arbeitsunfällen und den damit verbundenen rechtlichen Konsequenzen für Vorgesetzte und die Geschäftsführung.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die Inhalte der Unterweisung müssen präzise auf den Arbeitsplatz und die damit verbundenen Gefährdungen zugeschnitten sein:
- Maschinenbau: Neue Teammitglieder erhalten spezifische Unterweisungen für jede relevante Maschinengruppe. Dabei werden konkrete Gefährdungsszenarien (z. B. Einzugsgefahren, Umgang mit Kühlmitteln) und die Funktion von Schutzeinrichtungen praktisch demonstriert.
- Lagerverwaltung: Die Unterweisung fokussiert sich auf die sichere Lasthandhabung, korrekte Regalbeladung, die Einhaltung von Verkehrswegen für Flurförderzeuge und das Verhalten an Laderampen.
- Chemiebetriebe: Hier sind Unterweisungen zum Umgang mit Gefahrstoffen essenziell. Anhand von Sicherheitsdatenblättern (z. B. aus der GESTIS-Datenbank) werden Lagerung, Kennzeichnung, persönliche Schutzmaßnahmen und die korrekte Entsorgung von Chemikalien geschult.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Ein strukturierter Prozess sichert die Qualität und die lückenlose Dokumentation der Unterweisungen:
- Digitale Verwaltung: Nutzen Sie ein Arbeitsschutzmanagementsystem wie AMS-Pro, um Unterweisungspflichten zu verwalten. Das System kann automatisch an fällige Auffrischungen oder neue Unterweisungsbedarfe bei einem Arbeitsplatzwechsel erinnern.
- Theorie und Praxis verbinden: Kombinieren Sie theoretische Inhalte (z. B. Rechtsgrundlagen) immer mit einer praktischen Demonstration direkt am Arbeitsplatz. Dies erhöht die Verständlichkeit und die Akzeptanz der Sicherheitsmaßnahmen.
- Revisionssichere Dokumentation: Dokumentieren Sie die Durchführung digital. Nutzen Sie elektronische Signaturen und ergänzen Sie den Nachweis durch Fotos von der praktischen Übung vor Ort. Dies schafft eine belastbare Dokumentation für Audits (z. B. nach ISO 45001).
- Vorlagen nutzen: Erstellen Sie standardisierte Unterweisungsvorlagen für wiederkehrende Tätigkeiten und passen Sie diese an die spezifischen Gegebenheiten des jeweiligen Arbeitsplatzes an. So stellen Sie eine gleichbleibend hohe Qualität sicher.
3. Gefährdungsbeurteilung und Risikobewusstsein vermitteln
Ein zentraler Baustein jeder Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter ist die transparente Vermittlung der spezifischen Arbeitsplatzrisiken. Gemäß § 5 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) ist die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung Pflicht. Doch ihre Wirksamkeit entfaltet sich erst, wenn neue Teammitglieder die Ergebnisse verstehen, die identifizierten Gefahren kennen und die daraus abgeleiteten Schutzmaßnahmen aktiv mittragen. Es geht darum, ein tiefgreifendes Risikobewusstsein von Anfang an zu etablieren.
Die bloße Existenz einer dokumentierten Gefährdungsbeurteilung reicht nicht aus. Neue Mitarbeiter müssen die direkten Zusammenhänge zwischen ihrer Tätigkeit, potenziellen Gefahren und den implementierten Sicherheitsvorkehrungen begreifen. Dies schafft Akzeptanz für Sicherheitsregeln und motiviert zu eigenverantwortlichem, sicherem Handeln. Ein fundiertes Verständnis der Risiken ist die Grundlage für eine gelebte Sicherheitskultur und die Prävention von Arbeitsunfällen.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die Vermittlung muss tätigkeitsspezifisch und greifbar sein:
- Fertigungsbetriebe: Einem neuen Maschinenführer werden die Gefährdungsbeurteilungen für seine Anlagen gezeigt. Dabei werden Quetsch- und Schnittgefahren an beweglichen Teilen konkret benannt und die Funktion der Not-Aus-Schalter und trennenden Schutzeinrichtungen demonstriert.
- Lagerlogistik: Bei einer Begehung werden Risiken wie instabile Stapelhöhen, ungesicherte Verkehrswege oder die Gefahr durch herabfallende Gegenstände direkt vor Ort erläutert. Die Notwendigkeit von Warnwesten und das Einhalten von Geschwindigkeitsbegrenzungen für Flurförderzeuge wird so unmittelbar verständlich.
- Handwerk (Elektro): Einem neuen Elektriker werden die spezifischen Gefährdungsbeurteilungen für Arbeiten unter Spannung vorgestellt. Die "Fünf Sicherheitsregeln" werden nicht nur theoretisch besprochen, sondern ihre praktische Anwendung und die lebensrettende Bedeutung werden betont.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Um diesen Prozess systematisch und nachweisbar zu gestalten, sind digitale Werkzeuge entscheidend:
- Zentraler Zugriff: Nutzen Sie ein Arbeitsschutzmanagementsystem wie AMS-Pro, um alle Gefährdungsbeurteilungen digital und revisionssicher zu speichern. So können Sie neuen Mitarbeitern schnell und gezielt die relevanten Dokumente für ihren Arbeitsbereich bereitstellen.
- Gefahr-Maßnahme-Verknüpfung: Führen Sie eine Begehung des Arbeitsplatzes durch und zeigen Sie konkret die identifizierten Gefahrenquellen. Erläutern Sie direkt vor Ort, welche Schutzmaßnahme (z. B. eine Absaugung, eine Lichtschranke) welches Risiko minimiert.
- Feedbackkanal etablieren: Ermutigen Sie neue Mitarbeiter aktiv, potenzielle Gefährdungen über ein digitales Meldesystem zu erfassen. Dieses wertvolle Feedback kann direkt in die kontinuierliche Verbesserung der Gefährdungsbeurteilungen einfließen.
- Risiken visualisieren: Verwenden Sie Dashboards in Ihrer Software, um Risikotrends oder die häufigsten Gefährdungsarten im Unternehmen zu visualisieren. Dies schärft das Bewusstsein für sicherheitsrelevante Schwerpunkte.
4. Notfall- und Evakuierungsverfahren trainieren
Ein entscheidender, oft unterschätzter Punkt in jeder Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter ist das Training von Notfall- und Evakuierungsverfahren. Gemäß § 6 ArbStättV und den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A2.3) sind Arbeitgeber verpflichtet, alle Beschäftigten über das Verhalten im Brandfall, Flucht- und Rettungswege sowie Notfallmaßnahmen zu unterweisen – und das muss vom ersten Tag an gelten. Neue Mitarbeiter kennen die örtlichen Gegebenheiten nicht und sind im Ernstfall besonders gefährdet.
Die frühzeitige und praktische Schulung dieser Verfahren ist kein reiner Formalakt, sondern eine lebenswichtige Maßnahme. Sie stellt sicher, dass neue Teammitglieder im Chaos eines Notfalls handlungsfähig bleiben, wissen, wo sich Sammelpunkte befinden, und die internen Alarmketten verstehen. Dies minimiert Panik, reduziert das Verletzungsrisiko und gewährleistet eine geordnete Evakuierung.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die konkrete Umsetzung der Unterweisung variiert je nach Risikoprofil des Arbeitsplatzes:
- Produktionsbetriebe: Am ersten Tag erfolgt eine Begehung der relevanten Fluchtwege vom direkten Arbeitsplatz zum nächstgelegenen Sammelpunkt. Neue Mitarbeiter werden gezielt auf die Standorte von Feuerlöschern, Erste-Hilfe-Kästen und Alarmknöpfen hingewiesen.
- Bürogebäude: Die Einarbeitung umfasst eine interaktive Präsentation, die die verschiedenen Alarmsignale (z. B. Brandalarm vs. Amokalarm) erklärt, gefolgt von einem Rundgang, bei dem der zuständige Evakuierungshelfer vorgestellt wird.
- Spezialchemie: Hier sind die Notfallpläne komplexer. Die Unterweisung beinhaltet das Verhalten bei Stofffreisetzung, die Nutzung von Notduschen und die spezifischen Fluchtwege zu dekontaminationssicheren Sammelpunkten, was praktisch geübt wird.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Um die Schulung und Dokumentation zu systematisieren, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Visuelle Pläne nutzen: Händigen Sie neuen Mitarbeitern einen vereinfachten, auf ihren Arbeitsbereich zugeschnittenen Flucht- und Rettungsplan aus und besprechen Sie diesen persönlich.
- Praktische Übungen terminieren: Planen Sie mindestens einmal jährlich eine unangekündigte Evakuierungsübung. Dokumentieren Sie Teilnehmer, Dauer und Verbesserungspotenziale lückenlos in Ihrem Arbeitsschutzmanagementsystem.
- Rollen klar definieren: Stellen Sie sicher, dass neue Mitarbeiter die designierten Erst- und Evakuierungshelfer für ihren Bereich kennen und wissen, an wen sie sich im Notfall wenden müssen.
- Digitale Dokumentation: Erfassen Sie die Teilnahme an der Notfallunterweisung digital in der Personalakte des Mitarbeiters. So ist der Nachweis für Audits (z. B. nach ISO 45001) jederzeit verfügbar und revisionssicher.
5. Erste-Hilfe und medizinische Notversorgung vermitteln
Jeder neue Mitarbeiter muss vom ersten Tag an wissen, wie er sich im Notfall verhalten muss – für seine eigene Sicherheit und die seiner Kollegen. Ein zentraler Punkt auf jeder Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter ist daher die Vermittlung von Erste-Hilfe-Kenntnissen und der Notfallorganisation im Betrieb. Dies geht weit über das Zeigen des Verbandskastens hinaus und umfasst die Kenntnis der betrieblichen Ersthelfer, Notrufnummern und Alarmierungswege gemäß § 10 ArbSchG und DGUV-Vorschrift 1.
Eine fundierte Einweisung in die Notfallversorgung schafft Handlungssicherheit und kann im Ernstfall Leben retten. Sie zeigt neuen Mitarbeitern, dass das Unternehmen ihre Gesundheit ernst nimmt und eine Kultur der gegenseitigen Verantwortung fördert. Ein fundiertes Wissen über medizinische Notfälle ist hierbei unerlässlich, beispielsweise bezüglich der Symptome und Notfalltipps zu Kammerflimmern.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die Organisation der Ersten Hilfe ist branchenspezifisch und richtet sich nach der Gefährdungsbeurteilung:
- Fertigungsbetriebe: Die Standorte aller Erste-Hilfe-Kästen und Defibrillatoren (AEDs) werden bei einem Rundgang gezeigt. Neue Mitarbeiter lernen die benannten, zertifizierten Ersthelfer in ihrer Abteilung persönlich kennen.
- Baustellen: Vor Arbeitsbeginn erfolgt eine Einweisung in den spezifischen Notfallplan der Baustelle, inklusive der Standorte mobiler Erste-Hilfe-Boxen und der Rettungswege.
- Chemieunternehmen: Zusätzlich zur allgemeinen Erste-Hilfe-Schulung werden neue Mitarbeiter im Umgang mit Notduschen und Augenspülstationen unterwiesen. Es gibt spezialisierte Ersthelfer für den Umgang mit chemischen Verätzungen.
- Logistikzentren: In weitläufigen Hallen werden automatisierte Benachrichtigungssysteme (z. B. eine App oder Pager) für das betriebliche Notfallteam vorgestellt, um im Ernstfall schnellstmöglich reagieren zu können.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Um die Notfallkompetenz nachhaltig im Unternehmen zu verankern, helfen standardisierte Prozesse:
- Digitale Notfallpläne: Hinterlegen Sie alle relevanten Informationen wie Flucht- und Rettungspläne, Listen der Ersthelfer und Notrufnummern zentral in einem Arbeitsschutzmanagementsystem wie AMS-Pro. Machen Sie diese per QR-Code an strategischen Punkten zugänglich.
- Zertifikate verwalten: Nutzen Sie das System, um die Gültigkeit der Erste-Hilfe-Zertifikate Ihrer Mitarbeiter zu überwachen. Richten Sie automatische Erinnerungen ein, um Auffrischungskurse (mindestens alle 2 Jahre) rechtzeitig zu planen.
- Materialbestand prüfen: Erstellen Sie digitale Checklisten für die regelmäßige Kontrolle der Erste-Hilfe-Kästen. So stellen Sie sicher, dass das Material vollständig und nicht abgelaufen ist.
- Visuelle Hilfen: Platzieren Sie Aushänge mit den "5 W-Fragen" des Notrufs und Fotos der zuständigen Ersthelfer gut sichtbar an zentralen Orten wie Kantinen, Pausenräumen und an den Erste-Hilfe-Stationen.
6. Betriebsspezifische Systeme und Kontrollprozesse erklären
Die Bereitstellung der Ausrüstung ist nur der erste Schritt. Mindestens ebenso wichtig ist die systematische Einführung in die betriebsspezifischen Systeme und Kontrollprozesse. Ein wesentlicher Punkt in jeder Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter ist daher die Schulung im Umgang mit den Tools, die die Sicherheit und Qualität im Unternehmen steuern. Dazu gehört das Verständnis für Meldepflichten, Prüfroutinen und das korrekte Vorgehen bei Vorfällen, oft unterstützt durch ein zentrales Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS).
Die frühzeitige Vermittlung dieser Prozesse stellt sicher, dass neue Teammitglieder von Anfang an aktiv zur Sicherheitskultur beitragen. Sie lernen nicht nur, wie sie ihre Aufgaben sicher ausführen, sondern auch, wie sie Gefahren erkennen, melden und an der kontinuierlichen Verbesserung der Arbeitssicherheit mitwirken können. Dies stärkt das Verantwortungsbewusstsein und gewährleistet die Einhaltung von Standards wie ISO 45001.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die Vermittlung dieser Prozesse sollte immer praxisnah und auf die jeweilige Rolle zugeschnitten sein:
- Meldung von Gefährdungen: Einem neuen Mitarbeiter in der Produktion wird direkt am Arbeitsplatz gezeigt, wie er über ein Terminal oder ein mobiles Gerät in AMS-Pro eine Gefährdungsmeldung erstellt, wenn er beispielsweise eine beschädigte Maschinenabdeckung entdeckt.
- Prüffristen-Management: Dem Instandhalter wird erklärt, wie er im System die durchgeführte Prüfung eines Feuerlöschers dokumentiert und wie das System automatisch an die nächste fällige Inspektion erinnert.
- Incident-Management: Im Rahmen eines simulierten Szenarios wird der Prozess zur Meldung eines Beinahe-Unfalls durchgespielt, von der Ersterfassung bis zur Einleitung der Ursachenanalyse im System.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Um die Einarbeitung in Systeme und Prozesse nachhaltig zu gestalten, sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:
- Standard Operating Procedures (SOPs): Erstellen Sie kurze, bebilderte Anleitungen (SOPs) für alle kritischen Prozesse und hinterlegen Sie diese direkt im jeweiligen Modul des Arbeitsschutzmanagementsystems.
- Rollenbasierte Dashboards: Richten Sie in AMS-Pro individuelle Dashboards ein, die neuen Mitarbeitern sofort die für ihre Rolle relevanten Kennzahlen, offenen Aufgaben und anstehenden Prüfungen anzeigen.
- Praktische Übungen: Geben Sie neuen Kollegen konkrete Aufgaben, wie die Recherche einer Gefährdungsbeurteilung für ihren Bereich oder das Nachverfolgen einer abgeschlossenen Wartung im System.
- Buddy-System etablieren: Weisen Sie jedem Neuzugang einen erfahrenen Kollegen als "Buddy" zu, der in den ersten Wochen als direkter Ansprechpartner für System- und Prozessfragen zur Verfügung steht.
7. Persönliche Schutzausrüstung (PSA) Anpassung und korrekte Benutzung trainieren
Die bloße Übergabe von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) reicht nicht aus, um die Anforderungen der PSA-Verordnung (EU) 2016/425 und der DGUV-Vorschriften zu erfüllen. Ein kritischer Punkt in jeder Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter ist daher die praktische Unterweisung in die korrekte Anpassung, Anwendung und Pflege der Ausrüstung. Erst durch ein fachgerechtes Training wird sichergestellt, dass die PSA ihre Schutzwirkung voll entfalten kann und vom Mitarbeiter akzeptiert wird.

Eine falsche Anwendung kann zu einem trügerischen Sicherheitsgefühl führen und das Unfallrisiko sogar erhöhen. Die dokumentierte Schulung schützt nicht nur den Mitarbeiter, sondern sichert auch das Unternehmen rechtlich ab. Sie zeigt, dass die Sorgfaltspflicht über die reine Bereitstellung hinaus ernst genommen wird.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die Unterweisung muss auf die spezifische PSA und die damit verbundenen Risiken zugeschnitten sein:
- Atemschutzgeräte: Bei partikelfiltrierenden Halbmasken (FFP-Masken) oder Vollmasken ist ein Dichtsitz- oder Passformtest (Fit-Test) zwingend erforderlich. Dieser Test wird mit Prüfsubstanzen (z. B. Qualm) durchgeführt und das Ergebnis muss revisionssicher dokumentiert werden.
- Gehörschutz: Mitarbeiter lernen, wie Gehörschutzstöpsel korrekt in den Gehörgang eingesetzt oder Kapselgehörschützer optimal an den Kopf angepasst werden, um die volle Dämmleistung zu erreichen. Auch die regelmäßige Reinigung und korrekte Lagerung werden demonstriert.
- Handschuhe und Sicherheitsschuhe: Eine korrekte Größenbestimmung ist entscheidend. Zu große Handschuhe verringern die Griffsicherheit, während zu enge Schuhe langfristig zu gesundheitlichen Problemen führen. Eine Anprobe und Komfortüberprüfung sind daher Teil der Einarbeitung.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Systematisieren Sie die PSA-Unterweisung, um Konsistenz und Nachweisbarkeit zu gewährleisten:
- Visuelle Anleitungen nutzen: Erstellen Sie kurze Videotutorials oder bebilderte Anleitungen (One-Page-Guides) zur korrekten Anwendung jeder PSA-Komponente. Diese können digital zur Verfügung gestellt werden.
- PSA-Profile anlegen: Dokumentieren Sie die ermittelten Größen (z. B. für Handschuhe, Schuhe) und spezifische Modelle im Mitarbeiterprofil eines Arbeitsschutzmanagementsystems wie AMS-Pro. Dies erleichtert Nachbestellungen und den Austausch.
- Passformtests protokollieren: Führen Sie für Atemschutzmasken strukturierte Fit-Test-Protokolle, die den Testablauf, das Ergebnis und das Datum festhalten. Verknüpfen Sie diese Dokumentation direkt mit der Unterweisungshistorie des Mitarbeiters.
- Regelmäßige Checks planen: Integrieren Sie die Überprüfung der korrekten PSA-Nutzung in regelmäßige Arbeitsplatzbegehungen und Sicherheitsaudits. So wird das Gelernte nachhaltig verankert.
8. Sicherheits- und Kennzeichnungsbestimmungen verstehen
Ein zentraler Bestandteil der Sicherheitskompetenz neuer Mitarbeiter ist das korrekte Lesen, Verstehen und Befolgen von Sicherheitskennzeichnungen. In einer Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter darf daher eine gezielte Schulung zu Warn-, Verbots-, Gebots-, Rettungs- und Brandschutzzeichen nicht fehlen. Diese visuelle Sprache der Arbeitssicherheit, normiert durch ASR A1.3 und ISO 7010, sowie die GHS-Symbole für Gefahrstoffe ist entscheidend, um Gefahren schnell zu erkennen und richtig zu handeln.
Die Fähigkeit, diese Symbole intuitiv zu deuten, ermöglicht es neuen Teammitgliedern, sich sicher und selbstständig in der Arbeitsumgebung zu bewegen. Eine systematische Einweisung schützt nicht nur den Einzelnen vor Unfällen, sondern stärkt auch die kollektive Sicherheitskultur und gewährleistet die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die Schulung muss praxisnah und auf den konkreten Arbeitsbereich zugeschnitten sein:
- Chemiebranche: Neue Labormitarbeiter werden gezielt auf die GHS-Piktogramme auf Chemikalienbehältern geschult. Anhand von Beispielen werden die Symbole für „entzündbar“ (Flamme), „akut toxisch“ (Totenkopf) und „ätzend“ (Reagenzglas-Symbol) erklärt und das richtige Verhalten gemäß Betriebsanweisung erläutert.
- Maschinenbau: An einer Produktionslinie wird direkt am Arbeitsplatz auf Warnzeichen für Quetsch- oder Schnittgefahren (gemäß ISO 7010) hingewiesen. Gleichzeitig werden die dazugehörigen Gebotszeichen, wie das Tragen von Schutzhandschuhen, erklärt und deren Notwendigkeit demonstriert.
- Logistik/Lager: Bei einem Rundgang werden die Bedeutung der grünen Piktogramme für Flucht- und Rettungswege, die Standorte von Feuerlöschern (rote Brandschutzzeichen) und die Verbotszeichen für das Rauchen oder die Nutzung von Mobiltelefonen in bestimmten Zonen aktiv aufgezeigt.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Um das Verständnis nachhaltig zu verankern, sind didaktische und organisatorische Maßnahmen entscheidend:
- Visuelle Schulungsunterlagen: Erstellen Sie Präsentationen oder Handouts mit Fotos der real im Betrieb verwendeten Kennzeichnungen. Dies schafft einen direkten Wiedererkennungswert.
- Interaktive Begehungen: Kombinieren Sie die theoretische Unterweisung mit einer praktischen Begehung des Arbeitsplatzes, bei der neue Mitarbeiter aktiv Zeichen identifizieren und deren Bedeutung erklären müssen.
- Mehrsprachigkeit sicherstellen: Bieten Sie Schulungsmaterialien und Beschilderungen, wo immer möglich, mehrsprachig an, um Sprachbarrieren abzubauen und das Verständnis für alle zu gewährleisten.
- Kennzeichnungs-Kataster nutzen: Verwalten Sie alle im Betrieb vorhandenen Sicherheitskennzeichnungen in einem digitalen System wie AMS-Pro. So stellen Sie sicher, dass bei Änderungen oder neuen Gefährdungen auch die Kennzeichnung umgehend aktualisiert und die Schulung angepasst wird.
9. Arbeitsmedizinische Betreuung und Vorsorge
Die Gesundheit der Mitarbeiter ist das höchste Gut und eine gesetzliche Verpflichtung für Arbeitgeber. Ein zentraler Punkt auf jeder Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter ist daher die frühzeitige Organisation und Information über die arbeitsmedizinische Vorsorge. Gemäß der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) und dem Arbeitsschutzgesetz muss sichergestellt werden, dass neue Mitarbeiter über alle relevanten Pflicht-, Angebots- und Wunschvorsorgen aufgeklärt werden und die notwendigen Untersuchungen vor Aufnahme der Tätigkeit terminiert werden.
Eine proaktive arbeitsmedizinische Betreuung schützt nicht nur die Gesundheit des Einzelnen, sondern stärkt auch die Rechts- und Auditsicherheit des Unternehmens. Sie zeigt neuen Mitarbeitern von Anfang an, dass ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden ernst genommen werden, was die Mitarbeiterbindung und die Sicherheitskultur positiv beeinflusst.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die Art der Vorsorge hängt direkt von den Gefährdungen am Arbeitsplatz ab, die in der Gefährdungsbeurteilung ermittelt wurden:
- Industriebetriebe: Bei Tätigkeiten mit Lärmexposition über 85 dB(A) oder beim Umgang mit bestimmten Gefahrstoffen (z. B. Asbest, Blei) sind Pflichtvorsorgen gesetzlich vorgeschrieben. Diese müssen vor Tätigkeitsbeginn stattfinden und werden lückenlos dokumentiert.
- Büroumgebungen: Hier stehen Angebotsvorsorgen im Vordergrund, wie die Untersuchung der Bildschirmarbeit (früher G 37). Neue Mitarbeiter werden über ihr Recht auf eine regelmäßige Augenuntersuchung und die ergonomische Beratung am Arbeitsplatz informiert.
- Gesundheitskampagnen: Ergänzend können allgemeine Gesundheitsangebote wie jährliche Grippeschutzimpfungen durch den Betriebsarzt oder präventive Rückenfit-Kurse aktiv kommuniziert werden, um das Gesundheitsbewusstsein zu fördern.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Ein strukturierter Prozess ist entscheidend für die Einhaltung der Vorschriften und die Akzeptanz bei den Mitarbeitern:
- Frühzeitige Terminierung: Informieren Sie neue Mitarbeiter bereits vor dem ersten Arbeitstag über notwendige Pflichtuntersuchungen und vereinbaren Sie die Termine.
- Digitale Fristenverwaltung: Nutzen Sie ein Arbeitsschutzmanagementsystem wie AMS-Pro, um die Termine für Nachuntersuchungen DSGVO-konform zu verwalten. Das System kann automatisch an fällige Vorsorgen erinnern.
- Standardisierte Kommunikation: Erstellen Sie in Zusammenarbeit mit dem Betriebsarzt Informationsblätter, die den Ablauf, den Zweck und die Inhalte der jeweiligen Vorsorgeuntersuchung verständlich erklären.
- Zentrale Ansprechpartner definieren: Benennen Sie klare Ansprechpartner in der Personalabteilung oder im HSE-Team, die für die Koordination mit dem Betriebsarzt und für Rückfragen der neuen Mitarbeiter zur Verfügung stehen.
10. Onboarding, Kommunikation und Mentoring
Ein technisch perfekter Arbeitsplatz ist nur die halbe Miete. Eine erfolgreiche Integration entscheidet darüber, ob neue Mitarbeiter die Sicherheitskultur des Unternehmens verinnerlichen und langfristig produktiv und sicher arbeiten. Ein strukturierter Onboarding-Prozess, der über die reine Wissensvermittlung hinausgeht und klare Kommunikationskanäle sowie persönliche Ansprechpartner etabliert, ist daher ein unverzichtbarer Bestandteil jeder modernen Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter.
Ein gut geplantes Onboarding signalisiert nicht nur Wertschätzung, sondern stellt sicher, dass sicherheitsrelevante Fragen direkt an die richtige Stelle gelangen und informelles Wissen effektiv weitergegeben wird. Durch die Zuweisung eines Mentors oder Buddys wird die Hemmschwelle gesenkt, Bedenken zu äußern, was proaktiv zur Unfallvermeidung beiträgt und die psychologische Sicherheit am Arbeitsplatz stärkt.
Beispiele für die praktische Umsetzung
Die Integration variiert je nach Arbeitsumfeld und Komplexität der Aufgaben:
- Produktion: Ein erfahrener Mentor begleitet neue Fachkräfte in der ersten Woche direkt an den Maschinen. Er erklärt nicht nur die Bedienung, sondern auch die „ungeschriebenen“ Sicherheitsregeln und überwacht die korrekte Anwendung der PSA im realen Betrieb.
- Büro: Neue Teammitglieder erhalten einen digitalen Onboarding-Plan, der Termine mit der IT, der Sicherheitsfachkraft und der Personalabteilung festlegt. Ein fester Buddy aus dem Team hilft bei alltäglichen Fragen und stellt die Kollegen vor.
- Logistik: Ein Buddy-System wird für die ersten Schichten etabliert. Der Buddy unterstützt bei der Einarbeitung in die Scanner-Systeme und stellt sicher, dass die Routinen für die Schichtübergabe und die täglichen Sicherheitschecks korrekt befolgt werden.
Praxistipps für eine effiziente Organisation
Ein systematischer Ansatz sorgt für eine konsistente und positive Onboarding-Erfahrung:
- Standardisierte Onboarding-Pfade: Definieren Sie für jede Rolle klare Onboarding-Pläne mit festen Sicherheitsmeilensteinen (z. B. "Woche 1: Teilnahme an der allgemeinen Sicherheitsunterweisung", "Woche 2: Praktische Übung am Feuerlöscher").
- Zentrale Verwaltung nutzen: Verwenden Sie ein Arbeitsschutzmanagementsystem wie AMS-Pro, um die Onboarding-Checklisten, Schulungstermine und das Feedback der Mentoren zentral und nachvollziehbar zu dokumentieren.
- Mentoren gezielt schulen: Schulen Sie ausgewählte Mitarbeiter in Kommunikationsgrundlagen, Feedbacktechniken und der Vermittlung der Sicherheitskultur. Dies stellt die Qualität des Mentorings sicher und ist eine Form der Übertragung von Unternehmerpflichten im Bereich der Unterweisung.
- Strukturierte Feedbackgespräche: Führen Sie nach 30 und 90 Tagen standardisierte Gespräche mit dem neuen Mitarbeiter, dem Mentor und dem direkten Vorgesetzten durch, um den Fortschritt zu bewerten und eventuelle Hürden frühzeitig zu erkennen.
Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter — 10-Punkte-Vergleich
Maßnahme | Implementierungskomplexität | Ressourcenbedarf | Erwartete Ergebnisse | Ideale Anwendungsfälle | Wichtigste Vorteile |
Arbeitsplatz- und Sicherheitsausstattung bereitstellen | Mittel bis hoch (Planung & Logistik) | Hoher Material‑ und Lageraufwand; Budget für PSA | Verminderte Unfallrisiken; vollständige Dokumentation | Produktion, Logistik, Chemie | Rechtssicherheit, Audit‑Tauglichkeit, positiver Ersteindruck |
Arbeitsschutz- und Sicherheitsunterweisungen durchführen | Mittel (Inhalte erstellen & koordinieren) | Schulungspersonal, Zeit, digitales System | Erhöhtes Sicherheitsbewusstsein; nachweisbare Compliance | Alle Branchen, besonders Maschinenbediener | Gesetzeskonformität, messbare Nachweise |
Gefährdungsbeurteilung und Risikobewusstsein vermitteln | Hoch (fachliche Analyse & Aktualisierung) | Fachliche Expertise, Begehungen, Dokumentationstools | Transparenz über Risiken; Prävention & Verbesserung | Fertigung, Chemie, komplexe Arbeitsplätze | Erfüllung §5 ArbSchG, Risikoreduktion |
Notfall- und Evakuierungsverfahren trainieren | Mittel (Planung & praktische Übungen) | Zeit für Übungen, Evakuierungshelfer, Pläne | Verbesserte Notfallreaktion; weniger Panik | Produktionsstätten, Lager, Bürogebäude | Lebensrettungspotenzial, Haftungsminimierung |
Erste-Hilfe und medizinische Notversorgung vermitteln | Mittel (Kurse organisieren, Zertifizierungen) | Zertifizierte Ausbilder, Material, regelmäßige Auffrischung | Schnellere medizinische Versorgung; rechtliche Absicherung | Alle Betriebe, besonders Risikobereiche | Reduzierte Schwere von Unfällen, dokumentierte Ersthelfer |
Betriebsspezifische Systeme und Kontrollprozesse erklären | Mittel (SOPs & Systemschulungen) | AMS‑Zugänge, Trainingszeit, Prozessdokumente | Einheitliche Abläufe; korrekte Datenerfassung | Unternehmen mit QM/ISO, auditpflichtig | Effizienzsteigerung, Audit‑Sicherheit |
PSA‑Anpassung und korrekte Benutzung trainieren | Mittel (individuelle Passformtests) | PSA‑Vorrat, Trainer, Zeit für Tests | Korrekte PSA‑Nutzung; geringere Unfälle | Schweißen, Atemschutz, Lärm‑/Staubbereiche | Rechtssichere Passformtests, Komfort & Schutz |
Sicherheits- und Kennzeichnungsbestimmungen verstehen | Niedrig bis mittel (Materialien & Schulung) | Schulungsunterlagen, Aushänge, ggf. Übersetzungen | Richtige Interpretation von Zeichen; Fehlerreduktion | Chemie, Lager, multinationale Teams | Klarheit bei Gefahrenkennzeichnung, Mehrsprachigkeit |
Arbeitsmedizinische Betreuung und Vorsorge | Mittel bis hoch (Koordination extern) | Betriebsärzte, Terminverwaltung, DSGVO‑Sicherung | Früherkennung arbeitsbedingter Erkrankungen; weniger Ausfalltage | Lärm‑/Gefahrstoffexposition, Büroergonomie | Gesundheitsschutz, gesetzliche Erfüllung |
Onboarding, Kommunikation und Mentoring | Mittel (Prozesse & Betreuung) | Mentoren, Zeit, Onboarding‑Tools/AMS‑Pro | Schnellere Integration; stärkere Sicherheitskultur | Neueinstellungen, komplexe Rollen, Schichtbetrieb | Schnellere Produktivität, höhere Zufriedenheit |
Vom Haken auf der Liste zur gelebten Sicherheitskultur
Eine umfassende Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter ist weit mehr als nur ein administratives Instrument zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben. Sie ist das Fundament, auf dem eine proaktive, nachhaltige und von allen getragene Sicherheitskultur im Unternehmen errichtet wird. Jeder einzelne Punkt, den wir in diesem Artikel behandelt haben – von der Bereitstellung der richtigen PSA über die präzise Unterweisung in Notfallverfahren bis hin zur Vermittlung der Gefährdungsbeurteilung – ist ein entscheidender Baustein. Das konsequente Abarbeiten dieser Liste ist nicht nur ein Akt der Compliance, sondern ein starkes, unmissverständliches Signal an jeden neuen Kollegen: Deine Sicherheit und deine Gesundheit haben hier höchste Priorität.
Die Qualität des Onboardings in den ersten Tagen und Wochen prägt die Einstellung eines Mitarbeiters zur Arbeitssicherheit nachhaltig. Ein Prozess, der lückenhaft, unstrukturiert oder rein formal abläuft, vermittelt unterschwellig, dass Sicherheit eher eine lästige Pflicht als ein zentraler Unternehmenswert ist. Ein durchdachter, gut dokumentierter und persönlich begleiteter Einarbeitungsprozess hingegen schafft Vertrauen, fördert Verantwortungsbewusstsein und motiviert neue Teammitglieder, von Anfang an aktiv zur Risikominimierung beizutragen.
Die Transformation vom Papier zur digitalen Exzellenz
Die wahre Herausforderung liegt oft nicht in der Erstellung der Checkliste selbst, sondern in ihrer konsequenten, transparenten und revisionssicheren Anwendung im Betriebsalltag. Hier zeigt sich der entscheidende Vorteil einer digitalen Lösung. Eine Software wie AMS-Pro transformiert die statische Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter in einen dynamischen, intelligenten Workflow. Manuelle Nachverfolgung, unauffindbare Dokumente und verpasste Fristen gehören der Vergangenheit an.
Stattdessen profitieren Sie von:
- Automatisierten Zuweisungen und Erinnerungen: Verantwortliche werden automatisch über anstehende Unterweisungen oder Prüfungen informiert.
- Zentraler, revisionssicherer Dokumentation: Alle Nachweise, Zertifikate und Protokolle sind an einem Ort gespeichert und jederzeit abrufbar.
- Transparenten Prozessen: Der Status der Einarbeitung jedes Mitarbeiters ist für autorisierte Personen jederzeit einsehbar.
- Effizienter Ressourcenplanung: Der Verwaltungsaufwand wird drastisch reduziert, sodass sich Sicherheitsfachkräfte auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können.
Dieser Wandel von der manuellen Verwaltung zur digitalen Steuerung ist kein reiner Effizienzgewinn. Er ist ein strategischer Schritt zur Minimierung menschlicher Fehler und zur Stärkung der Rechtssicherheit Ihres Unternehmens.
Ihr nächster Schritt: Vom Wissen zum Handeln
Nutzen Sie die in diesem Artikel vorgestellte detaillierte Checkliste als Blaupause. Betrachten Sie sie nicht als starres Regelwerk, sondern als ein anpassbares Framework, das Sie auf die spezifischen Gefahren und Anforderungen Ihres Betriebs zuschneiden müssen. Analysieren Sie Ihren aktuellen Onboarding-Prozess kritisch: Wo gibt es Lücken? Welche Schritte sind nicht ausreichend dokumentiert? Wo gehen wertvolle Informationen verloren?
Binden Sie erfahrene Mitarbeiter und Mentoren aktiv in die Überarbeitung und Umsetzung ein. Ihr praktisches Wissen ist von unschätzbarem Wert, um die Checkliste lebensnah und wirksam zu gestalten. Ein sicher eingearbeiteter Mitarbeiter ist letztendlich nicht nur ein Schutz vor Unfällen und Bußgeldern. Er ist ein produktiveres, loyaleres und engagierteres Teammitglied, das die Sicherheitskultur aktiv mitgestaltet und weiterträgt. So wird aus einem einfachen Haken auf einer Liste ein gelebter Wert, der das gesamte Unternehmen sicherer und erfolgreicher macht.
Möchten Sie Ihre Einarbeitungscheckliste für neue Mitarbeiter digitalisieren und den gesamten Prozess effizienter und rechtssicher gestalten? Entdecken Sie, wie AMS-Pro Sie mit automatisierten Workflows, zentraler Dokumentation und lückenloser Nachverfolgung unterstützen kann. Erfahren Sie mehr auf AMS-Pro und transformieren Sie Ihr Onboarding noch heute.
Geschrieben von

Thomas Schweig
Gründer von AMS-Pro - Arbeitsschutzsoftware, modern, flexibel, online Schluss mit unendlichen Excel Listen