Feuerlöscherprüfung: Wie oft und welche Fristen gelten

Feuerlöscherprüfung wie oft? Ein Leitfaden zu Prüffristen nach ASR A2.2, Pflichten und digitaler Verwaltung für lückenlose Arbeitssicherheit.

Feuerlöscherprüfung: Wie oft und welche Fristen gelten
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Die regelmäßige Prüfung von Feuerlöschern ist gesetzlich verankert und steht in der Regel alle zwei Jahre an. Dieses Intervall ist keine Schikane, sondern stellt sicher, dass jedes Gerät im Ernstfall zuverlässig funktioniert und die rechtlichen Vorgaben für den betrieblichen Brandschutz erfüllt sind.

Warum eine pünktliche Feuerlöscherprüfung Leben rettet

Ein Feuerlöscher, der nur als roter Farbtupfer in der Ecke dient, wiegt einen in falscher Sicherheit. Doch was, wenn er im entscheidenden Moment nicht das tut, was er soll? Die Frage „Wie oft müssen Feuerlöscher geprüft werden?“ ist deshalb weit mehr als nur eine lästige Pflicht. Sie ist ein zentraler Baustein für die Sicherheit Ihrer Mitarbeiter und den Schutz Ihres Unternehmens.
Stellen Sie sich vor, in Ihrem Lager bricht ein kleines Feuer aus – anfangs kaum bemerkt. Ein Mitarbeiter reagiert schnell, greift zum Löscher, doch der Druck ist weg. Eine poröse Dichtung hat über die Monate unbemerkt das Treibgas entweichen lassen. Was eben noch ein kontrollierbarer Entstehungsbrand war, entwickelt sich binnen Minuten zur Katastrophe, die nicht nur den Betrieb lahmlegt, sondern Menschenleben in Gefahr bringt. Genau das verhindert eine regelmäßige, professionelle Wartung.
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Rechtliche und finanzielle Fallstricke vermeiden

Die Verantwortung für die Einhaltung der Prüfintervalle liegt unmissverständlich beim Arbeitgeber. Werden Fristen versäumt, kann das richtig teuer werden – und zwar nicht nur durch ein Bußgeld. Kommt es zu einem Brand, kann die Versicherung ihre Zahlungen drastisch kürzen oder sogar komplett verweigern, wenn sich herausstellt, dass der Brandschutz vernachlässigt wurde.
Noch ernster wird es bei der persönlichen Haftung. Kommt ein Mensch zu Schaden, weil ein Feuerlöscher versagt hat, drohen der Geschäftsführung und anderen Verantwortlichen sogar strafrechtliche Konsequenzen.
Eine digitale Lösung zur Verwaltung von Prüfterminen kann hier entscheidend helfen. Systeme wie AMS-Pro erinnern automatisch an anstehende Wartungen und legen revisionssichere Nachweise an. So gerät keine Frist in Vergessenheit und Sie sind rechtlich immer auf der sicheren Seite. Damit ist die regelmäßige Prüfung ein absolut notwendiger Baustein, um die unternehmerische Sorgfaltspflicht zu erfüllen und den Fortbestand des Betriebs zu sichern.

Die Prüfintervalle für Feuerlöscher: Was Sie wirklich wissen müssen

Die Frage "Wie oft muss ein Feuerlöscher geprüft werden?" ist eine der häufigsten – und wichtigsten – im betrieblichen Brandschutz. Die Antwort ist allerdings nicht nur eine einzige Zahl. Stattdessen gibt es ein durchdachtes System aus verschiedenen Prüfungen, die ineinandergreifen, um die Sicherheit über die gesamte Lebensdauer des Geräts zu gewährleisten.
Am besten stellen Sie es sich wie die Wartung bei Ihrem Auto vor: Es gibt den regelmäßigen Check-up und in größeren Abständen die tiefgehenden Inspektionen, bei denen alles auf Herz und Nieren geprüft wird.

Der grundlegende Check: Alle zwei Jahre

Die bekannteste und grundlegendste Frist ist die sogenannte äußere Prüfung, die spätestens alle zwei Jahre ansteht. Das ist sozusagen der "TÜV" für den Feuerlöscher und das absolute Minimum für den betrieblichen Brandschutz.
Diese regelmäßige Prüfung wird von einer befähigten Person, also einem Sachkundigen, durchgeführt. Im Fokus stehen die äußere Unversehrtheit und die grundsätzliche Funktionstüchtigkeit. Hier wird nichts zerlegt, aber alles Relevante genau unter die Lupe genommen.
Der Prüfer kontrolliert dabei unter anderem:
  • Lesbarkeit: Sind Beschriftung und Piktogramme noch klar und deutlich zu erkennen?
  • Behälterzustand: Gibt es Dellen, Rost oder andere verdächtige Beschädigungen?
  • Armaturen: Funktionieren Hebel und Ventile reibungslos?
  • Sicherung: Ist die Plombe, die ein versehentliches Auslösen verhindert, intakt?
  • Schlauch: Ist der Löschschlauch frei von Rissen, Knicken oder porösen Stellen?
  • Druckanzeige: Bei Dauerdrucklöschern muss der Zeiger des Manometers im grünen Bereich stehen.
Diese Prüfung ist für Arbeitsstätten in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben. Die rechtlichen Grundlagen dafür finden sich in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A2.2) und der DIN 14406 Teil 4. Mehr Details zu den Vorschriften bietet zum Beispiel der Brandschutz-Experte CWS in seinen umfassenden Ratgebern.

Der Blick ins Innere: Alle fünf Jahre

Alle fünf Jahre schreibt die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) zusätzlich eine innere Prüfung vor. Diese Inspektion geht einen entscheidenden Schritt weiter. Um beim Autoversuch zu bleiben: Das ist die große Inspektion, bei der auch mal Teile abgebaut werden, um das Innenleben zu kontrollieren.
Dabei wird der Feuerlöscher geöffnet. Der Sachkundige prüft die Qualität des Löschmittels und untersucht den Behälter von innen auf Korrosion oder andere Schäden, die von außen unsichtbar wären. Das ist extrem wichtig, denn altes oder verklumptes Löschmittel kann die Funktion im Ernstfall massiv einschränken.

Der Härtetest: Die Festigkeitsprüfung nach zehn Jahren

Die umfassendste Prüfung ist die Festigkeitsprüfung, die spätestens alle zehn Jahre anfällt. Das ist quasi die Generalüberholung, bei der die Belastbarkeit der wichtigsten Teile unter extremen Bedingungen getestet wird.
Bei dieser hydraulischen Druckprüfung wird der Behälter mit Wasser gefüllt und einem Druck ausgesetzt, der weit über dem normalen Betriebsdruck liegt. So wird sichergestellt, dass das Material auch nach einem Jahrzehnt noch stabil genug ist und im entscheidenden Moment nicht versagt – oder schlimmer noch, platzt. Diese Prüfung ist der ultimative Garant für die strukturelle Sicherheit des Löschers.

Übersicht der Prüffristen für Feuerlöscher in Deutschland

Diese Tabelle fasst die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfintervalle, die zugrunde liegenden Vorschriften und den jeweiligen Prüfumfang für Feuerlöscher in gewerblichen Umgebungen zusammen.
Prüfart
Intervall
Rechtsgrundlage
Prüfumfang (Beispiele)
Äußere Prüfung
alle 2 Jahre
ASR A2.2, DIN 14406-4
Sichtkontrolle, Prüfung von Manometer, Plombe, Schlauch
Innere Prüfung
alle 5 Jahre
BetrSichV
Öffnen des Behälters, Kontrolle von Löschmittel und Innenwand
Festigkeitsprüfung
alle 10 Jahre
BetrSichV
Hydraulische Druckprüfung des Behälters auf Stabilität
Durch diese gestaffelten Intervalle wird sichergestellt, dass ein Feuerlöscher nicht nur den Vorschriften auf dem Papier entspricht, sondern im Fall der Fälle auch wirklich funktioniert. Darauf muss man sich zu 100 % verlassen können.

Wer die Prüfung durchführen darf und wer haftet

Ein gültiger Prüfnachweis ist nur so gut wie die Qualifikation der Person, die ihn ausstellt. Bei der Frage, wie oft ein Feuerlöscher geprüft werden muss, ist das „Wer“ also mindestens genauso entscheidend. Denn nicht jeder darf sich einfach einen Löscher schnappen und diese sicherheitskritische Aufgabe übernehmen.
Die gesetzlichen Vorschriften sind hier zum Glück unmissverständlich: Die Prüfung von Feuerlöschern muss von einer zur Prüfung befähigten Person nach Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) oder einem Sachkundigen nach DIN 14406-4 erledigt werden. Das sind keine leeren Worthülsen, sondern dahinter stecken klare Anforderungen an Ausbildung und nachweisbare Erfahrung.
Der gut gemeinte Versuch des Hausmeisters, die Prüfung mal eben selbst in die Hand zu nehmen, ist daher nicht nur unzureichend – er ist rechtlich ungültig und brandgefährlich. Ihm fehlt schlicht die Spezialausbildung, um versteckte Mängel zu erkennen, die weit über eine simple Sichtkontrolle hinausgehen.

Die Qualifikation des Prüfers als entscheidender Faktor

Um sich „Sachkundiger“ oder „befähigte Person“ nennen zu dürfen, muss man ganz bestimmte Kriterien erfüllen. Diese Qualifikation ist der Dreh- und Angelpunkt für einen rechtssicheren Brandschutz im Unternehmen.
Die Anforderungen umfassen in der Regel:
  • Fachliche Ausbildung: Eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem passenden technischen Bereich.
  • Berufserfahrung: Praktische Erfahrung im Umgang mit den zu prüfenden Arbeitsmitteln – in diesem Fall also Feuerlöschern.
  • Zeitnahe berufliche Tätigkeit: Regelmäßige Weiterbildungen und die praktische Anwendung des Wissens sind Pflicht, um auf dem neuesten Stand der Technik und Vorschriften zu bleiben.
  • Spezifische Schulungen: Die erfolgreiche Teilnahme an einem anerkannten Sachkundigen-Lehrgang ist essenziell. Hier wird das Detailwissen über Funktion, Wartung und Prüfung von Feuerlöschern vermittelt.
Dieses Zusammenspiel stellt sicher, dass der Prüfer nicht nur die Theorie aus dem Effeff kennt, sondern auch die praktische Fähigkeit besitzt, einen Feuerlöscher korrekt zu beurteilen und dessen Einsatzbereitschaft für den Ernstfall zu garantieren.

Die Kette der Verantwortung im Unternehmen

Doch wer bekommt den Ärger, wenn eine Prüffrist verschlafen wird oder die Prüfung von jemandem ohne die nötige Qualifikation durchgeführt wird? Die Verantwortung ist im Unternehmen klar verteilt und reicht bis ganz nach oben.
An allererster Stelle steht die Geschäftsführung. Sie trägt die oberste unternehmerische Verantwortung für den Arbeitsschutz. Diese Pflichten können zwar delegiert, aber niemals vollständig abgegeben werden.
Weitere verantwortliche Rollen sind oft:
  • Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa): Berät die Geschäftsführung und wacht über die Einhaltung der Schutzmaßnahmen.
  • Brandschutzbeauftragter: Der zentrale Ansprechpartner für absolut alle Fragen des betrieblichen Brandschutzes.
  • Facility Manager: Häufig operativ für die Organisation und Koordination der Prüfungen zuständig.
Wird die Verantwortung nach unten delegiert, muss das unbedingt rechtssicher geschehen. Die Übertragung von Unternehmerpflichten erfordert eine glasklare schriftliche Beauftragung. Außerdem muss sichergestellt sein, dass die beauftragte Person die notwendige Qualifikation und auch die erforderlichen Mittel hat, um die Aufgabe zu erfüllen.
Ein Beispiel aus der Praxis macht die Gefahr deutlich: In einem mittelständischen Produktionsbetrieb wird die zweijährige Prüfung eines Feuerlöschers um drei Monate versäumt. Als es durch einen Kurzschluss zu einem Brand kommt, versagt genau dieses Gerät. Der Schaden ist enorm. Die Versicherung kürzt die Leistung um 30 % wegen grober Fahrlässigkeit. Die Berufsgenossenschaft verhängt obendrauf ein hohes Bußgeld. Und weil ein Mitarbeiter eine leichte Rauchvergiftung erlitt, wird sogar ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung gegen den Geschäftsführer eingeleitet.
Dieses Szenario zeigt, wie schnell aus einer scheinbar kleinen Nachlässigkeit eine existenzbedrohende Situation werden kann. Eine lückenlose, digital gestützte Dokumentation der Prüfungen und der Qualifikation der Prüfer ist daher unerlässlich, um Haftungsrisiken wirksam zu minimieren.

Was eine Prüfplakette verrät und warum eine Excel-Liste nicht reicht

Eine erfolgreich abgeschlossene Feuerlöscherprüfung ist gut. Aber erst die lückenlose und nachvollziehbare Dokumentation macht sie im Ernstfall auch rechtssicher. Der erste sichtbare Beweis dafür ist natürlich die Prüfplakette direkt am Feuerlöscher. Doch im modernen Arbeitsschutz ist dieser kleine Aufkleber allein längst nicht mehr genug.
Stellen Sie sich die Prüfplakette wie den TÜV-Aufkleber am Auto vor: Sie signalisiert auf den ersten Blick, dass eine Prüfung stattgefunden hat und wann die nächste fällig ist. Darauf finden sich meist das Prüfdatum, der nächste Termin und ein Hinweis auf den verantwortlichen Sachkundigen. Für die schnelle Kontrolle vor Ort ist das super.
Doch hier stoßen wir auch schon an die Grenzen. Eine Plakette kann beschädigt oder unleserlich werden. Im schlimmsten Fall wird sie sogar gefälscht. Viel wichtiger aber: Sie verrät nichts über die Details. Wurden Mängel gefunden? Welche Teile wurden ausgetauscht? Wie war der genaue Zustand des Löschmittels? All das bleibt im Dunkeln.

Der Goldstandard ist das digitale Prüfprotokoll

Früher hat man die Prüftermine vielleicht noch in einer einfachen Excel-Liste verwaltet. Aber mal ehrlich: In einer Zeit, in der Audits nach Normen wie ISO 45001 und behördliche Kontrollen immer genauere Nachweise verlangen, ist diese Methode einfach nur noch fehleranfällig und unprofessionell.
Eine Excel-Tabelle ist nicht revisionssicher. Einträge können – ob versehentlich oder absichtlich – jederzeit geändert werden, ohne dass jemand etwas davon mitbekommt. Es gibt keine automatischen Erinnerungen, keine einfache Möglichkeit, Mängel mit Fotos zu dokumentieren und keine rechtssichere Verbindung zum geprüften Feuerlöscher. Im Falle eines Audits oder eines Brandes stehen Sie damit argumentativ auf sehr dünnem Eis.
Wie entscheidend funktionierende und sauber dokumentierte Technik ist, zeigen übrigens die deutschen Brandschutzstatistiken immer wieder eindrucksvoll. Der bvfa-Bundesverband Technischer Brandschutz meldete für 2023 insgesamt 85 Fälle, in denen stationäre Löschanlagen erfolgreich Brände bekämpften. Das Beeindruckende daran: 59 % dieser Brände wurden mit nur einem oder zwei Sprinklern gelöscht. Das unterstreicht, wie wichtig jedes einzelne geprüfte Bauteil ist. Mehr dazu erfahren Sie in dieser Analyse zur Bedeutung von Brandschutzstatistiken auf bas-stiefel.de.

Was in ein modernes Prüfprotokoll gehört

Ein digitales, revisionssicheres Prüfprotokoll ist heute der einzige Weg, um allen Anforderungen gerecht zu werden. Es ist der lückenlose Lebenslauf eines jeden Feuerlöschers und Ihr wichtigster Nachweis, wenn es um Haftungsfragen geht.
Ein vollständiges digitales Protokoll, wie es moderne Systeme wie AMS-Pro erstellen, ist Ihr Schutzschild. Um als rechtssicher zu gelten, sollte es immer die folgenden Punkte enthalten:
  • Eindeutige Identifikation: Name und Standort des Feuerlöschers plus eine unverwechselbare Serien- oder Inventarnummer.
  • Prüfgrundlage: Auf Basis welcher Vorschriften wurde geprüft (z. B. ASR A2.2, BetrSichV)?
  • Prüferdetails: Name und Qualifikation der zur Prüfung befähigten Person.
  • Prüfergebnisse: Eine detaillierte Checkliste aller Prüfschritte mit einem klaren Status (in Ordnung / nicht in Ordnung).
  • Mängeldokumentation: Bei Abweichungen ist eine genaue Beschreibung des Mangels, am besten mit Fotobeweis, unerlässlich.
  • Festgelegte Maßnahmen: Klare Anweisungen, was zur Behebung des Mangels zu tun ist, inklusive Frist und verantwortlicher Person.
  • Abschluss und Unterschrift: Datum, Uhrzeit und die digitale, rechtssichere Unterschrift des Prüfers.
Diese detaillierte Dokumentation macht den gesamten Prüfprozess transparent, nachvollziehbar und vor allem auditsicher. Sie ist die Grundlage für ein modernes und professionelles Management der zentralen Frage: „Feuerlöscherprüfung – wie oft und wie nachweisen?“.

Wie Sie Prüffristen digital und rechtssicher verwalten

Die bisherigen Abschnitte haben gezeigt, wie viel Verantwortung hinter der einfachen Frage „Wie oft muss ein Feuerlöscher geprüft werden?“ steckt. Wer hier im Betriebsalltag noch auf manuelle Listen und Kalendereinträge setzt, weiß, wie schnell das an seine Grenzen stößt – und zur echten Fehlerquelle wird. Die Lösung ist eine systematische, digitale Verwaltung, die Ihnen die Last der Terminüberwachung abnimmt und für lückenlose Rechtssicherheit sorgt.
Ein modernes Prüfmanagement-System verwandelt diese lästige Pflicht in einen absolut kontrollierten und transparenten Prozess. Statt auf wackelige Excel-Tabellen zu vertrauen, schaffen Sie eine zentrale, revisionssichere Datenbank für alle Ihre Prüfobjekte. Und das geht weit über Feuerlöscher hinaus.

Schritt 1: Der digitale Zwilling Ihres Feuerlöschers

Alles fängt mit der Erfassung an. Jeder einzelne Feuerlöscher in Ihrem Betrieb wird als digitales Prüfobjekt im System angelegt. Man könnte es auch als seine digitale Geburtsurkunde bezeichnen, die ihn sein ganzes Leben lang begleitet.
Dieser digitale Datensatz bündelt alle wichtigen Informationen an einem Ort:
  • Stammdaten: Hersteller, Modell, Seriennummer und vor allem das Herstellungsdatum.
  • Standort: Eine genaue Verortung im Gebäude, zum Beispiel: Gebäude C, 2. OG, Flur bei Raum 204.
  • Identifikation: Jeder Löscher bekommt seine eigene, unverwechselbare Kennung – meist über einen QR-Code oder einen RFID-Tag.
Genau diese eindeutige Zuordnung ist das Fundament für einen fehlerfreien und schnellen Prüfprozess direkt vor Ort. Kein Suchen, kein Raten.

Schritt 2: Intervalle automatisiert und intelligent steuern

Jetzt kommt der entscheidende Vorteil der Digitalisierung ins Spiel. Sie hinterlegen für jeden Feuerlöscher-Typ die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfintervalle nicht nur einmalig, sondern intelligent gestaffelt. Das System weiß von da an ganz genau, wann die nächste Prüfung fällig ist.
Stellen Sie es sich an einem konkreten Beispiel vor:
  1. Äußere Prüfung: Alle 2 Jahre ab Herstellungsdatum.
  1. Innere Prüfung: Alle 5 Jahre ab Herstellungsdatum.
  1. Festigkeitsprüfung: Alle 10 Jahre ab Herstellungsdatum.
Die Software nimmt das einmal hinterlegte Herstellungsdatum und berechnet daraus automatisch alle zukünftigen Termine. Dabei berücksichtigt sie natürlich auch bereits durchgeführte Prüfungen und passt die Fristen entsprechend an.

Schritt 3: Das Dashboard als Ihre Kommandozentrale

Wie behält man den Überblick über Dutzende oder Hunderte von Feuerlöschern? Ganz einfach: über ein zentrales Dashboard, das Ihnen den Status aller Prüffristen auf einen Blick visualisiert. Farbliche Markierungen zeigen sofort, wo Handlungsbedarf besteht. Grün, gelb, rot – selbsterklärend.
Dieses Cockpit zeigt Ihnen auf einen Blick, wie viele Prüfungen in den nächsten Wochen anstehen.
Diese visuelle Aufbereitung erlaubt es den Verantwortlichen, vorausschauend zu planen und Ressourcen rechtzeitig einzuplanen, anstatt nur auf überfällige Termine zu reagieren.
Das System eskaliert zudem automatisch, wenn eine Frist überschritten wird, und informiert die zuständigen Personen – von der Sicherheitsfachkraft bis zur Geschäftsführung. So geht garantiert nichts mehr unter. Gleichzeitig werden auch interne Prozesse wie das Erstellen von Betriebsanweisungen durch digitale Vorlagen massiv vereinfacht. Erfahren Sie in unserem Artikel, was eine Betriebsanweisung genau ist und wie Sie diese effizient erstellen.

Schritt 4: Die Prüfung vor Ort – neu gedacht

Die wahre Zeitersparnis und Effizienz zeigen sich aber erst bei der Prüfung selbst. Der Sachkundige – egal ob intern oder extern – zückt einfach sein Smartphone oder Tablet. Der alte Prozess mit Klemmbrett und Stift hat damit endgültig ausgedient.
Der Ablauf ist denkbar einfach und absolut sicher:
  1. Scannen: Der Prüfer scannt den QR-Code am Feuerlöscher.
  1. Identifizieren: Die App öffnet sofort das korrekte digitale Prüfprotokoll mit der gesamten Historie des Geräts.
  1. Prüfen: Er arbeitet eine vordefinierte, digitale Checkliste ab, die alle gesetzlich geforderten Prüfpunkte enthält.
  1. Dokumentieren: Entdeckt er einen Mangel, wie einen porösen Schlauch oder zu niedrigen Druck, macht er direkt in der App ein Foto und fügt es dem Protokoll hinzu.
  1. Abschließen: Am Ende bestätigt der Prüfer die Durchführung mit seiner digitalen Unterschrift auf dem Display.
Das fertige, rechtssichere Prüfprotokoll wird sofort zentral im System gespeichert und ist für alle Berechtigten einsehbar. Kein Warten auf Papierkram, keine Übertragungsfehler, keine verlorenen Dokumente mehr.
Diese digitale Methode garantiert nicht nur die Einhaltung aller Fristen, sondern schafft eine lückenlose, transparente und auditsichere Dokumentation, die Sie im Haftungsfall zuverlässig absichert. So beantworten Sie die Frage „Wie oft müssen Feuerlöscher geprüft werden?“ nicht nur korrekt, sondern auch intelligent und mühelos.

Antworten auf häufige Fragen zur Feuerlöscherprüfung

Im Betriebsalltag gibt es immer wieder Fragen zur Prüfung von Feuerlöschern, die über die reinen Grundintervalle hinausgehen. Hier bekommen Sie klare und praxisnahe Antworten auf die häufigsten Herausforderungen, mit denen Sicherheitsverantwortliche täglich zu tun haben.

Was passiert, wenn ich eine Prüffrist für einen Feuerlöscher verpasse?

Eine verpasste Prüffrist ist weit mehr als nur ein kleiner Fehler in der Verwaltung. Es ist eine Ordnungswidrigkeit, die je nach Bundesland und Schwere des Verstoßes zu spürbaren Bußgeldern führen kann. Aber die finanziellen Folgen können noch viel weitreichender sein.
Richtig kritisch wird es, wenn es tatsächlich brennt. Stellt die Versicherung dann fest, dass ein Feuerlöscher wegen einer versäumten Prüfung nicht funktioniert hat, kann sie die Zahlung empfindlich kürzen oder sogar komplett verweigern. Die Begründung: Sie haben Ihre vertragliche und gesetzliche Sorgfaltspflicht verletzt.
Am schlimmsten sind jedoch die persönlichen Haftungsrisiken. Kommen bei einem Brand Menschen zu Schaden, können Geschäftsführung und andere Verantwortliche persönlich zur Rechenschaft gezogen werden. Das reicht von zivilrechtlichen Schadensersatzforderungen bis hin zu strafrechtlichen Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung oder gar Tötung. Auch bei externen Überprüfungen, etwa bei Audits zur Zertifizierung, führt eine überzogene Frist unweigerlich zu Beanstandungen und teuren Auflagen.

Müssen Feuerlöscher in Firmenfahrzeugen auch geprüft werden?

Ja, absolut. Feuerlöscher in Firmenfahrzeugen sind rechtlich gesehen Arbeitsmittel und fallen damit unter die Prüfpflichten der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Die Sicherheit der Mitarbeiter muss schließlich auch unterwegs gewährleistet sein.
Die genauen Intervalle hängen vom Fahrzeugtyp und der transportierten Ladung ab. Für Gefahrguttransporte gelten zum Beispiel die strengeren Vorschriften des ADR (Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße).

Kann ich die monatliche Sichtprüfung selbst durchführen?

Ja, das können und sollten Sie sogar! Die regelmäßige Sichtkontrolle, die von Experten meist monatlich empfohlen wird, ist eine Aufgabe für unterwiesenes Personal direkt bei Ihnen im Betrieb. Diese einfache Kontrolle ergänzt die zweijährige Prüfung durch den Sachkundigen – sie ersetzt sie aber auf keinen Fall.
Bei dieser schnellen Inspektion geht es darum, die ständige Einsatzbereitschaft im Auge zu behalten.
  • Zugänglichkeit: Ist der Feuerlöscher frei zugänglich oder ist er hinter Kisten oder Möbeln versteckt?
  • Beschilderung: Kann man das Brandschutzzeichen gut erkennen?
  • Äußerer Zustand: Gibt es offensichtliche Schäden wie Dellen, starken Rost oder Risse?
  • Sicherung: Ist die Plombe, die ein versehentliches Auslösen verhindert, noch intakt?
  • Druckanzeige: Steht der Zeiger des Manometers bei Dauerdrucklöschern im grünen Bereich?
Halten Sie die Ergebnisse dieser kurzen Kontrolle am besten schriftlich fest, zum Beispiel in einer einfachen Checkliste. Das zeigt bei einer Überprüfung, dass Sie Ihrer Sorgfaltspflicht kontinuierlich nachkommen.

Mein Feuerlöscher ist neu – wann beginnt die 2-jahres-frist?

Das ist einer der häufigsten und teuersten Irrtümer in der Praxis. Die zweijährige Frist für die erste Sachkundigenprüfung beginnt nicht mit dem Kaufdatum oder dem Tag, an dem Sie den Löscher an die Wand hängen.
Entscheidend ist einzig und allein das Herstellungsdatum, das fest auf dem Feuerlöscherbehälter eingeprägt oder gestanzt ist. Ein Löscher, der beim Kauf schon ein Jahr beim Händler im Lager stand, muss also bereits ein Jahr nach der Inbetriebnahme zum ersten Mal geprüft werden.
Achten Sie beim Kauf neuer Feuerlöscher daher unbedingt auf ein möglichst frisches Herstellungsdatum. So schöpfen Sie die Prüfintervalle voll aus und vermeiden, dass Sie einen Löscher schon nach kurzer Zeit zur ersten teuren Wartung bringen müssen. Ein kurzer Blick auf den Behälter vor dem Kauf kann Ihnen also bares Geld und Aufwand sparen.
Verwalten Sie Ihre Prüffristen nicht nur korrekt, sondern intelligent und mühelos. AMS-Pro bietet Ihnen eine zentrale Plattform, um alle Prüfungen revisionssicher zu planen, durchzuführen und zu dokumentieren. Sichern Sie sich gegen Haftungsrisiken ab und gewinnen Sie wertvolle Zeit im Arbeitsalltag. Erfahren Sie mehr über AMS-Pro.

Geschrieben von

Thomas Schweig
Thomas Schweig

Gründer von AMS-Pro - Arbeitsschutzsoftware, modern, flexibel, online Schluss mit unendlichen Excel Listen